Kurz erklärt
Die Betriebsunterbrechungsversicherung schützt nicht die Sachen, sondern den Ertrag deines Unternehmens. Wenn ein versicherter Sachschaden – zum Beispiel ein Brand oder ein Leitungswasserschaden – den Betrieb lahmlegt, ersetzt sie die weiterlaufenden Kosten und den entgangenen Gewinn für die Zeit der Unterbrechung.
Für kleinere Betriebe gibt es die vereinfachte Betriebsausfallversicherung, die oft gemeinsam mit der Inhaltsversicherung abgeschlossen wird. Größere Unternehmen nutzen eine eigenständige Betriebsunterbrechungsversicherung mit individueller Kalkulation.
So kannst du nach einem Schaden Rechnungen bezahlen, Mitarbeiter halten und den Neustart planen, statt Rücklagen aufzubrauchen oder neue Kredite aufnehmen zu müssen.
Was ist abgesichert?
Ersetzt werden die fortlaufenden Kosten wie Miete, Löhne und Gehälter, Leasingraten, Zinsen und Versicherungsbeiträge sowie der entgangene Betriebsgewinn. Je nach Vertrag kommen Schadenminderungskosten hinzu, etwa für die Anmietung von Ersatzräumen oder Überstunden, um schneller wieder arbeiten zu können.
Voraussetzung ist in der Regel ein versicherter Sachschaden am eigenen Betrieb. Über Erweiterungen können auch Rückwirkungsschäden – etwa ein Brand bei einem wichtigen Zulieferer – oder Unterbrechungen durch behördliche Anordnungen einbezogen werden. Die Leistung ist auf die vereinbarte Haftzeit begrenzt.
Für wen ist das sinnvoll?
Sinnvoll ist der Schutz für jeden Betrieb, der ohne seine Räume, Maschinen oder Waren keinen Umsatz erzielen kann. Das gilt für Handwerker mit Werkstatt, Händler mit Ladengeschäft, Gastronomen, Praxen und produzierende Unternehmen gleichermaßen.
Besonders wichtig ist er, wenn du hohe Fixkosten hast, Mitarbeiter beschäftigst oder Kredite bedienst. Auch Einzelunternehmer, deren Lebensunterhalt direkt vom Betrieb abhängt, sollten den Ausfall nicht dem Zufall überlassen. Reine Dienstleister ohne Betriebsräume brauchen den Schutz dagegen seltener.
Wovon der Beitrag abhängt
Grundlage des Beitrags ist die Versicherungssumme, die sich aus fortlaufenden Kosten und Betriebsgewinn eines Jahres ergibt. Dazu kommen die Haftzeit, also wie lange maximal gezahlt wird, und eine eventuelle zeitliche Selbstbeteiligung in Tagen.
Daneben spielen Betriebsart, Brandrisiko, Abhängigkeit von einzelnen Maschinen oder Zulieferern und die versicherten Gefahren eine Rolle. Rückwirkungsschäden oder erweiterte Naturgefahren erhöhen den Umfang und damit auch den Beitrag.
Darauf solltest du achten
- Die Haftzeit realistisch wählen: Wie lange dauern Wiederaufbau, Lieferzeiten für Maschinen und Rückgewinnung von Kunden?
- Die Versicherungssumme anhand aktueller Zahlen aus der Buchhaltung ermitteln und jährlich anpassen.
- Gefahren der Betriebsunterbrechung mit denen der Inhalts- und Gebäudeversicherung abstimmen.
- Abhängigkeit von Schlüsselkunden oder Zulieferern prüfen und Rückwirkungsschäden erwägen.
- Klären, ob Unterbrechungen durch Maschinen- oder Elektronikschäden gesondert versichert werden müssen.
- Bei Kleinbetrieben prüfen, ob eine Betriebsausfallversicherung im Inhaltsvertrag ausreicht.
Typische Fehler
- Nur das Inventar versichern und die Kosten während des Stillstands komplett ausblenden.
- Die Haftzeit zu kurz wählen, weil man den Wiederaufbau unterschätzt.
- Die Versicherungssumme nach Gründungszahlen festlegen und das Wachstum nicht nachziehen.
- Annehmen, dass jede Betriebsschließung versichert ist, auch ohne vorherigen Sachschaden.
- Unterlagen zur Ertragslage nicht greifbar haben und dadurch die Regulierung verzögern.
- Keine Notfallplanung haben, sodass der Betrieb nach einem Schaden länger stillsteht als nötig.

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Häufige Fragen
Zahlt die Versicherung, wenn ich krank werde und nicht arbeiten kann?
Eine klassische Betriebsunterbrechungsversicherung setzt einen Sachschaden voraus. Für den Ausfall des Inhabers durch Krankheit gibt es eigene Lösungen, die meist als Betriebsschließungs- oder Ertragsausfallversicherung für Selbstständige angeboten werden. Ob eine solche Absicherung für dich sinnvoll ist, hängt davon ab, wie stark der Betrieb an deiner Person hängt.
Was ist der Unterschied zwischen Betriebsausfall und Betriebsunterbrechung?
Die Betriebsausfallversicherung ist eine vereinfachte Variante für kleinere Betriebe, oft an die Inhaltsversicherung gekoppelt. Die Betriebsunterbrechungsversicherung ist individueller kalkuliert und für größere Ertragsvolumen gedacht.
Wie lange zahlt die Versicherung?
Höchstens bis zum Ende der vereinbarten Haftzeit. Diese wird bei Vertragsabschluss festgelegt und sollte so bemessen sein, dass der Betrieb in dieser Zeit wieder voll arbeiten kann. Viele Betriebe unterschätzen dabei, wie lange es dauert, verlorene Kunden zurückzugewinnen.